Die Preisträger 2026 stehen fest

Fünf Unternehmen aus der Industrie, dem Handel und der Gastronomie dürfen sich in diesem Jahr über den Sächsischen Meilenstein freuen. Sie sind als Gewinner aus über 70 Unternehmen hervorgegangen, die sich für den Nachfolgepreis beworben hatten.

Mit dem Sächsischen Meilenstein würdigt die Bürgschaftsbank Sachsen gelungene Generationenwechsel in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Der Preis wurde in den Kategorien familieninterne, unternehmensinterne und unternehmensexterne Nachfolge verliehen. Weiterhin vergab die Jury zwei Sonderpreise.

Dirk Panter

Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und Schirmherr des Sächsischen Meilensteins:

„„Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und bin beeindruckt von jeder erfolgreichen Übernahme-Story. Unser Wettbewerb hat einmal mehr gezeigt: Jedes Lebenswerk verdient eine Zukunft! Die Mutmachergeschichten, die der Sächsische Meilenstein sichtbar macht, bieten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolgern Orientierung. Und genau das brauchen wir jetzt, denn die demografische Entwicklung verändert die Unternehmerlandschaft. Deshalb bleibt die frühzeitige und strategische Unternehmensnachfolge eine zentrale Aufgabe unserer Wirtschaftspolitik. Jede gelungene Übernahme sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Wertschöpfung unmittelbar in Sachsen.“

Markus H. Michalow

Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen und Initiator des Wettbewerks:

„Im Jahr 2011 riefen wir den Sächsischen Meilenstein ins Leben, um den Nachfolgerinnen und Nachfolgern im Freistaat Sachsen eine verdiente Bühne zu geben. 15 Jahre später zeigen die Preisträgerinnen und Preisträger auf, warum erfolgreiche Übernahmen mehr Wertschätzung denn je verdienen. Die Menschen hinter den prämierten Unternehmen sind Hoffnungsträger einer ganzen Generation. Sie haben ihre Komfortzone verlassen und finanzielles Risiko auf sich genommen, um Betriebe und Arbeitsplätze zu bewahren. Mit ihrem zuversichtlichen Blick in die Zukunft machen sie Mut in einer Zeit, in der die Wirtschaft von vielfältigen Herausforderungen geprägt ist und Negativnachrichten zu dominieren drohen.“

Heiner Hellfritzsch

Juryvorsitzender Sächsischer Meilenstein:

„Auch dieses Jahr durfte ich die ausgezeichneten Unternehmen vor Ort besuchen und ihre Nachfolgerinnen und Nachfolger persönlich kennenlernen. Mit wie viel Energie, Leidenschaft und Optimismus sie ihre Betriebe führen, hat mich tief beeindruckt. Zugleich wurde deutlich, dass Verantwortungsbereitschaft und Weitsicht keine Frage des Alters sind. Gerade auch die außergewöhnlich jungen Preisträgerinnen und Preisträger können der heranwachsenden Generation als Vorbild dienen. Mein besonderer Respekt gilt außerdem den Menschen, die zu ihren Wurzeln zurückkehren und Unternehmen in ländlichen Regionen übernehmen.“

Nominierte 2026

Die Nominierten des Sächsischen Meilensteins 2026 wurden im September im Rahmen lokaler Netzwerk-Events Nachfolge in Leipzig, Chemnitz und Dresden bekannt gegeben.

Familieninterne Nachfolge

  • Bäckerei Claus GmbH & Co. KG aus Coswig
  • Bäckerei Ketterl aus Fraureuth
  • Bäckerei Krätzer GmbH aus Leipzig
  • Dresdner Rahmenwerkstatt aus Dresden
  • Ernst Nestler & Söhne GmbH aus Glauchau
  • Haarpflegehaus Schubert aus Aue-Bad Schlema
  • Janik Ergonomische Bürowelten aus Leipzig
  • LEM-Software GmbH aus Leipzig
  • Malermeisterbetrieb Mocker aus Zwickau
  • SAV Schaltanlagen- und Verteilerbau GmbH aus Lichtentanne
  • SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH aus Großröhrsdorf

Unternehmensinterne Nachfolge

  • Berghotel Augustusberg aus Bad Gottleuba-Berggießhübel
  • B+T Bauelemente GmbH aus Borsdorf
  • Dr. Matzat & Co. GmbH aus Auerbach
  • GFSL gruen fuer stadt + leben landschaftsarchitektur eG aus Leipzig
  • Herrenausstatter Prüssing & Köll aus Dresden
  • Salon Landrock aus Chemnitz
  • VAVONA GmbH aus Radeburg
  • Zimmerei Henri Mai GmbH aus Markkleeberg

Unternehmensexterne Nachfolge

  • Elektro Burkert GmbH aus Scheibenberg
  • Klockau Optik aus Bautzen
  • Lackierzentrum Simon aus Mügeln
  • MB Kältesysteme GmbH aus Oederan
  • Ostsächsisches Gummiwerk Polenz GmbH aus Neustadt
  • Peterhänsel Dach-Wand-Schornsteine GmbH aus Leipzig
  • Schaltwerk Erzgebirge GmbH aus Marienberg
  • Schließanlagenservice Leonhardt Houselock aus Pulsnitz
  • Schlosscafé Sweet Sophie aus Waldenburg

Auswahl der Gewinner:innen

Die Gewinner:innen wurden in einem zweistufigen Verfahren ermittelt:

  1. In einer ersten Wertungsrunde erfolgt die Auswahl der Nominierten durch ein unabhängiges Fachgremium bestehend aus Vertreter:innen der Kammern, Politik und Kreditwirtschaft.
  2. Die finalen Preisträger:innen werden anschließend in einer vertraulichen Jurysitzung bestimmt. Die Jury umfasst neun unabhängige Vertreter:innen der Politik sowie aus Kammern, Kreditwirtschaft und Wissenschaft und tagt unter dem Vorsitz von Heiner Hellfritzsch (ehem. geschäftsführender Gesellschafter der Florena Cosmetic GmbH sowie ehem. Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG).

Objektivierte Entscheidung auf wissenschaftlicher Grundlage:

Alle fristgerecht eingehenden Bewerbungen werden von einem Projektteam der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Dresden gesichtet und ausgewertet, unter Leitung von Prof. Dr. rer. pol. Torsten Gonschorek. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines wissenschaftlich fundierten Kriterienkatalogs.

jury

Heiner Hellfritzsch

Juryvorsitzender
ehem. geschäftsführender Gesellschafter der Florena Cosmetic GmbH

Christian Doerr

Vizepräsident der
Industrie- und Handelskammer Dresden

Dirk Rose

Präsident der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen

Daniel Höhn

Vorstandsmitglied der Sparkasse Meißen

Heinrich Hünting

Abteilungsleiter  „Wirtschaft,  Innovation und Mittelstand“ des SMWA

Markus H. Michalow

Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Sachsen GmbH

Markus Ziron

Vorstandsmitglied der Volksbank Riesa eG

Christian Likos

stv. Hauptgeschäftsführer und Hauptabteilungsleiter Wirtschaft und Recht, Handwerkskammer zu Leipzig

Annett Maier

Leiterin Region Digital Small & Medium Corporates, UniCredit Bank

Preisträger:innen 2026

Der „Sächsische Meilenstein – Preis für erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ wurde am 3. November im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung auf Schloss Albrechtsberg in Dresden verliehen. In diesem Jahr erhielten fünf Unternehmen aus der Industrie, dem Handwerk und der Gastronomie den renommierten Nachfolgepreis.

SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH (familieninterne Nachfolge)

Übernehmer: Matthias Böhme, Franziska Böhme | Übergeber: Günter Böhme | Ort: Großröhrsdorf

In Großröhrsdorf bei Bautzen fertigt die SHZ Sächsische Hebe- und Zurrtechnik GmbH hochwertige Gurtkonstruktionen zur Sicherung und Bewegung von Lasten. Die Produkte finden weltweit u. a. im Bergbau, im Schiffbau und im Speditionswesen Einsatz. Im vergangenen Jahr übergab Günter Böhme den Betrieb, der rund 70 Personen beschäftigt, an seine beiden Kinder. Sein Sohn Matthias Böhme treibt die Expansion als Geschäftsführer voran: Neben einer neuen Produktionshalle am sächsischen Firmensitz plant er den Aufbau einer Niederlassung in Chile.

Zimmerei Henri Mai GmbH (unternehmensinterne Nachfolge)

Übernehmer: Martin Scheibe | Übergeber: Henri Mai | Ort: Markkleeberg

Mit nur 25 Jahren übernahm Martin Scheibe die Zimmerei Henri Mai GmbH im Landkreis Leipzig. Seine Ausbildung schloss er als einer der Jahrgangsbesten ab und finanzierte die Meisterschule mit einer Begabtenförderung. Der ambitionierte Zimmerer hatte sich früh in den Kopf gesetzt, dass er einen eigenen Betrieb führen will – und das lieber eher als später. Ein Glücksfall für Henri Mai, der seine Nachfolge so frühzeitig regeln konnte. Er übertrug Martin Scheibe seine Zimmerei bereits zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand. Bis dahin arbeitet er weiter im Betrieb mit.

Elektro Burkert GmbH (unternehmensexterne Nachfolge)

Übernehmer: Mark Dietze | Übergeberin: Ursula Burkert | Ort: Scheibenberg

Der Elektrobetrieb Burkert stand aus einem traurigen Anlass zum Verkauf: Sein Inhaber Ralph Burkert verstarb unerwartet und viel zu früh. In dieser Notsituation fand sich mit Mark Dietze ein Nachfolger, der den Betrieb mit allen Angestellten übernahm. Er gab einen sicheren, gut bezahlten Job bei einem Halbleiterunternehmen in Dresden auf, um in seine erzgebirgische Heimat zurückzukehren und das unternehmerische Erbe anzutreten. In die Elektro Burkert GmbH integrierte er auch den Elektrobetrieb seines Vaters, dessen Nachfolge damit ebenfalls gesichert ist.

Haarpflegehaus Schubert(Sonderpreis der Jury)

Übernehmerin: Lara Tabea Beck | Übergeberin: Gisela Beck | Ort: Aue-Bad Schlema

Über 130 Jahre Firmengeschichte leben mit Lara Tabea Beck fort. Im Alter von 24 Jahren trat sie in die Fußstapfen ihrer Vorfahren und führt das 1888 gegründete Haarpflegehaus Schubert heute in fünfter Generation. Ihre Ausbildung hatte die junge Frau bei einem renommierten Chemnitzer Friseur absolviert. Die Verbundenheit zur Heimat führte sie zurück nach Aue, wo sie den Familienbetrieb von ihrer Oma übernahm und nach ihren Vorstellungen renovierte. Mit ihrem Team frisiert die Jungunternehmerin neben langjährigen Stammkunden auch immer mehr junges Klientel.

Schlosscafé Sweet Sophie(Sonderpreis der Jury)

Übernehmerin: Isabell Briese | Übergeber: Nico Nüßner | Ort: Waldenburg

Isabell Briese wagte den Schritt in die Selbstständigkeit während der Elternzeit mit ihrem dritten Kind. Schon lange hegte die gelernte Gastronomin den Wunsch nach einem eigenen Betrieb. Mit dem Schlosscafé in Waldenburg fand sie ein Objekt, das sie samt Personal und Inventar übernehmen konnte. Dabei stand sie unter Zeitdruck: Es blieben ihr nur zwei Monate, um ein neues Unternehmen zu gründen, Arbeitsverträge aufzusetzen und Genehmigungen einzuholen. Angestellte und Gäste sind ihr heute gleichermaßen dankbar, dass sie das beliebte Café vor der Schließung rettete.

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